Geschichte

Die Chronik des Vereins zum Nachlesen

 

Im Jahre 2002 feierte der FC Kössen sein 40 jähriges Jubiläum. 40- oder 50-jähriges Jubiläum stand eine zeitlang zur Diskussion, da schon 1952 ein Fußballverein in Kössen bei der BH-Kitzbühel angemeldet war. Der Sportplatz war ein Relikt der französischen Besatzung und wurde vom damaligen Verein gesäubert und soweit hergerichtet, dass Spiele gegen Mannschaften aus den umliegenden Orten durchgeführt werden konnten. Ende der 50-er Jahre war der Verein kaum noch aktiv und die jungen Spieler organisierten sich selbst zu einer neuen Mannschaft. Aus heutiger Sicht war das sicher ein Anlass, dass es 1962 zu einer Neugründung des Vereins kam.

 

1962 Gründung des Vereins

Gründungsmitglieder waren u.a. Walter Ferian, Joschi Mittermaier, Hans Himberger, Pepi Scharnagl, Herbert Rottensbacher und Hansfried Schreder. Der 1. Obmann des Vereins war Sportreferent Walter Ferian. Der Verein wurde mit allen gesetzlichen Auflagen beim Tiroler Fußballverband und dem Allgemeinen Sportverband als „FC KÖSSEN“ gemeldet und war dadurch verpflichtet, zumindest eine Mannschaft für die Meisterschaft zu stellen. Wegen schwerer Krankheit musster Walter Ferian schon nach zwei Jahren als Obmann zurücktreten. Sein Nachfolger wurden Hermann Leitner und das gleich bis zum Jahr 1985. 1962 Jahr wurde nach den Plänen des Architekten Herbert Rottensbacher in Zusammenarbeit mit den Brüdern Albin und Manfred Schroll mit dem Bau eines Kabinengebäudes begonnen. Seitens der Gemeinde war damals kaum Hilfe möglich, sodass fast alle Arbeiten von den Spielern und Funktionären geleistet wurden. Um dieses Kabinengebäude wurde der FC Kössen jahrelang von den kleineren Vereinen des Unterlandes beneidet. Durch die Finanzierung des Neubaues war die Vereinskassa nicht nur leer, es musste zusätzlich eine erhebliche Schuldenlast abgebaut werden. Dieser Kampf um die Finanzen hat sich in den vierzig Vereinsjahren kaum geändert! Der Spielbetrieb funktionierte langsam zufrieden stellend und die Vereinsführung bemühte sich um alle Möglichkeiten der Finanzierung. Mit Unterstützung der Gemeinde und vieler Kössener Betriebe, aber auch Subventionen der Tiroler Landesregierung konnte das Sportgelände erweitert und spielgerecht gestaltet werden. Sitzbänke und die Umzäunung der ganzen Anlage waren notwendig. Für die Zuteilung von Totomittel musste der Verein Schiedsrichter stellen. Wolfgang Winter, Hans Himberger und Helmut Achhorner waren die ersten Schiedsrichter des Vereins. Jakob Hintler, Sebastian Weihrer (schaffte es bis zur damaligen Bundesliga), später auch Hans Hintler fungierten jahrelang als Schiedsrichter für den FCK. Heute sind Jimmy Tratter, Helmut Loidfelder und Karl Weber für den Verein im Einsatz. Zusätzlich haben mehrere Trainer den schein für die Leitung von Nachwuchsspielen erworben.

 

Pfingstturnier

Durch diverse Veranstaltungen Geld in die Vereinskassa zu bringen, war abgesehen von Sponsoren oder Subventionen die optimalste Möglichkeit. Schon 1965 veranstaltete der FC Kössen ein Pfingstturnier unter dem Namen „Exeter Cup“. Lord Exeter, damals Vizepräsident des IOC, war Stammgast in Kössen und übernahm die Schirmherrschaft für dieses Turnier. Josef Mittermaier schaffte als Organisator die Kontakte und zeigte sich für diese ersten Großereignisse auf dem Kössener Fußballplatz verantwortlich. Turniersieger wurde Wattenscheid 09 aus Deutschland und auch im Jahr 1966 beim zweiten Turnier waren die Deutschen erfolgreich. An diese Tradition der Pfingstturniere knüpfte 1984 Werner Greiderer mit den internationalen Altherrenturnieren an. Seit 84 gewann der Altherrenfußball im Vereinsgeschehen einen gewissen Stellenwert. Das erste Pfingstturnier startete 1983 mit den vier Mannschaften: Kirchdorf, Kufstein, Bad Aibling und Kössen. Schon ein bis zwei Jahre später organisierte Greiderer Werner als Obmann und Chef der Altherren das Turnier in einer für Kössen kaum vorstellbaren Dimension. Mannschaften wie Slavia Prag, Galatasaray Istanbul, Borussia Dortmund, HSV, Bayer Leverkusen, Mainz 05 etc. folgten der Einladung zum Pfingstturnier in Kössen. Gegenbesuche der Kössener Altherren in Istanbul, Prag, Dortmund, Ausflüge nach Malta und in andere Teile Europas waren die Folge. Diese Kontakte führten dazu, dass Kössen plötzlich interessant wurde für Großmannschaften. Real Mallorca nützte 1998 die Gelegenheit als erster Club für ein Trainingslager auf der Kössener Anlage. Es folgten 1860 München, 1999 die türkische Nationalmannschaft, 1. FC Kaiserslautern sowie das österreichische Challenge Team. Mehrere interessante Aufbauspiele (z.B.: Mallorca-HSV oder Tirol-Kaiserslautern) lockten bis zu 2000 Zuschauer auf den kössener Sportplatz. Von dieser Stimmung profitierte nicht nur der Club. Das Pfingstturnier bringt über 500 Gäste aus ganz Europa nach Kössen und ist ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders.

 

Kampfmannschaft

Die ersten Schritte der Kampfmannschaft unter Trainer Hans Himberger waren naturgemäß steinig. Die Mannschaft spielte in der 1. Klasse Ost ständig in der Abstiegszone. In den folgenden Jahren waren Charly Wittmann, Walter Pliberschek und Willi Angerer Trainer der 1. Mannschaft. Zusätzlich waren 1963 eine Reservemannschaft und eine Schülermannschaft für die Meisterschaft gemeldet, 1964 eine Schüler und eine Jugendmannschaft. Als Nachwuchstrainer waren Willi Angerer, Gerhard Polak, De Romedis Leo, Herbert Rottensbacher, Pfarrer Josef Wagner und Pepi Scharnagl tätig. Die Nachwuchsarbeit unter Pepi Scharnagl und Pfarrer Josef Wagner war zwar hervorragend und brachte sogar den ersten Meistertitel 1973 bei den Schülern, doch für die Verstärkung der Kampfmannschaft brauchte es noch Unterstützung von auswärts. Nach schwierigen Verhandlungen mit dem ESV Kufstein gelang es, die Spieler Hans Baumann, Franz Krismer und Günther Pribilla zu verpflichten. So verstärkt und mit Willi Angerer als Trainer und stillem Sponsor der Spieler aus Kufstein wurden 1973 der erste Meistertitel des Vereins und der Aufstieg in die Gebietsliga erreicht. Fritz Brunner wurde mit 17 Jahren sogar Torschützenkönig.  Nach fünf Jahren Gebietsliga konnte der Generationswechsel in der Mannschaft – außer Fritz Brunner schieden alle Spieler der Meistermannschaft 73 aus diversen Gründen aus – nicht mehr verkraftet werden und der FC Kössen musste 1978 den Abstieg in die 1. Klasse hinnehmen. Die Trainer während dieser Periode waren nacheinander Angerer Willi, Günther Pribilla, De Romedis Leo, Schwarz und Anton Scharnagl. Nach dem Abstieg folgten schwierige sportliche Jahre. Verschiedene Trainer versuchten den Neuaufbau und Wiederaufstieg. Plunder Adi aus Kufstein, Schwarz, Volkmann und Scharnagl Anton (dreimal Zweiter) verfehlten nur knapp das Ziel. Auch Wagner Pepi, Kronbichler und Weihrer Christian konnten als Trainer in dieser Phase nur sporadische Erfolge erzielen. Um diesen Spielbetrieb finanzieren zu können, schloss man 1977 einen Sponsorenvertrag mit der Raika Kössen unter Direktor Alois Fahringer ab und änderte den Vereinsnahmen in FC Raika Kössen um. Dieser Vertrag lief bis 1997.

 

Nachwuchsarbeit

Der positivste Aspekt dieser Zeit war die Nachwuchsarbeit. Immer mehr junge Spieler begeisterten sich für den Fußball und mit der Zeit stellte der Verein in fast allen Altersklassen eine Nachwuchsmannschaft. Unter anderen trainierten damals im Nachwuchsbereich Angerer Willi, Dir. Georg Scharnagl, Anton Scharnagl, Blattner Friedl, De Romedis Leo, Tamegger Herbert, Manfred Wohlmutter. Ab der Saison 1982/83 begann über die Schülerliga unter Hans Kurzthaler die Zusammenarbeit mit dem SV Walchsee im Nachwuchsbereich. Diese Form der Spielgemeinschaften ermöglichte es den Vereinen die Aufbauarbeit von den Miniknaben bis zur Jugend kontinuierlich umzusetzen und so für die Kampfmannschaften gut ausgebildete Spieler aus den eigenen Reihen zu bekommen. Sowohl die Walchseer als auch die heutige Kössener Kampfmannschaft setzt sich zum Großteil aus Spielern zusammen die diesen Weg gegangen sind. Mehrere Meistertitel bestätigten die erfolgreiche Arbeit.

 

1982 bis heute

Zurück zur Kampfmannschaft, die nach dem Abstieg 1978 und dem vergeblichen Kampf um den Wiederaufstieg, eine sportlichen Tiefpunkt erreichte und 1988/89 trotz eines letzten Rettungsversuches der Vereinsführung mit dem Engagement des ehemaligen Trainers in der Gebietsliga, Schwarz, den Weg in den Fußballkeller antreten musste. In den nächsten vier Jahren versuchte Hans Kurzthaler mit den verbliebenen Spielern einen Neuaufbau. Doch erst mit der Verpflichtung von Kofler Martin als Spielertrainer und einer Reihe weiterer Spieler gelang 1993/94 der Wiederaufstieg in die 1. Klasse Ost. In der Folge konnte sich die Mannschaft im Mittelfeld dieser Klasse mit Spielern aus den eigenen Reihen behaupten. Der Aufstieg riss ein großes Loch in die Vereinskassa. Mit Wagner Pepi übernahm wieder ein Kössener die Kampfmannschaft. Ihm folgte Bacher Christoph. Beide Trainer mussten mit einem relativ kleinen Kader das Auslangen finden. Erst 1999/2000 rückten mehrere Spieler aus dem eigenen Nachwuchs wieder in die Kampfmannschaft. Mit dieser neuen jungen Generation von Spielern arbeitete in den folgenden Jahren der erfahrene Trainer Hans Szuchowsky unterstützt von Christian Weihrer überaus erfolgreich. Nach dem schwierigen ersten Jahr bedingt durch den radikalen Generationswechsel gelang den Trainern schon ein Jahr später 2002 mit der jungen Mannschaft der Aufstieg in die Gebietsliga. 2002 übernahm Senad Djulic die Aufgabe die Mannschaft sportlich weiterzuentwickeln und in der Gebietsliga zu etablieren. Was zweifellos gelang. Zusammen mit Mader Walter und Wagner Pepi führte er das Team bis zum Ende der Saison 2004/05. Ab Saisonbeginn 2005/06 hießen die Trainer der Kampfmannschaft Wagner Pepi und Co Astner Toni. In der Spielzeit 2006/07 übernahm Gassner Werner als Coach die Kössener Mannschaft. In der Saison 2007/08 war Werndle Norbert für die Kampfmannschaft verantwortlich. Mit seiner großen Erfahrung versucht er den Kössener Fußball seinen Stempel auf zu drücken und sportlich höhere Ziele zu erreichen. Zurzeit ist Mader Walter Trainer der Kampfmannschaft.

 

Entwicklung der Sportanlage

Wie anfangs beschrieben, wurde Kössen jahrelang wegen seines, für die damalige Zeit vorbildhaften, Kabinentraktes beneidet. Doch die sportliche Entwicklung erforderte neue Baumaßnahmen. 1987/88 wurde von der Gemeinde die Anlage mit einem Trainingsplatz und einer Leichtathletikanlage erweitert. Auch die Kabinen hatten langsam ausgedient. Endlich, nach gründlicher Planung durch Architekt Markus Rottensbacher im Jahr 2000, konnte 2001 mit dem Neubau begonnen werden. Im Jahr 2002 wurde mit viel Eigenleistung des Vereins der Innenausbau fertig gestellt. Seine Funktionalität hat das neue Gebäude heute schon mehrfach bewiesen. Der FCK setzte mit der Fertigstellung der Sportanlage wieder neue Maßstäbe.

 

Vorstand

In der Vereinsführung setzten Walter Ferian als Obmann und Josef Mittermaier als Vize die ersten Akzente. Ihnen folgte 1964 Hermann Leitner, dessen Wahl von ihm selbst als Notlösung für ein Jahr beschrieben wird. Aus dem einen Jahr wurden 20 Jahre gewissenhafte Vereinsführung. Ihm zur Seite standen Georg Schönauer und später jahrelang Josef Daxer als Schriftführer, Josef Mittermaier, H. Fred Schreder, Herbert Rottensbacher, Hans Himberger, Hintler Jakob sen. und Hans Hintler, als Stellvertreter, und im sportlichen Bereich Angerer Willi. 1984/85 löste Greiderer Werner Hermann Leitner als Obmann ab. Stellvertreter wurde Fritz Herbert Schriftführer Gassner Werner, für die sportlichen Belange war Daxer Hans verantwortlich. Unter seiner Obmannschaft entstand der neue Trainingsplatz. 1993 bis 1997 leitete Blattner Friedl, unterstützt von Werner Baumgartner als Stellvertreter, Unterrainer Josef als Schriftführer und Tratter Jimmy als Kassier, den Verein. Von 1997 bis 2007 stand Steiner Karl an der Spitze des Vereins. Gründler Franz als Kassier, Dornauer Margit als Schriftführerin und Hans Kurzthaler als sportlicher Leiter vervollständigten den Vorstand. Seit der Saison 2007/08 ist Gründler Franz Obmann des Vereins. Kurzthaler Hans agiert als Vize. Den Vorstand kompletieren Planer Robert und Pigneter Michael als Kassiere und Hundegger Clemens und Raubinger Sebastian als Schriftführer.